Immer wieder ist erleben Webautoren, dass ihre Texte und Website-Inhalte bei den Besuchern so gut ankommen, dass diese gleich in die eigene Website kopiert werden. Wo man bei Angabe der Quelle und kurzem Text noch vom Zitatrecht sprechen kann, ist es ohne die Quellenangabe in jedem Fall ein Plagiat. Dieses muss man weder gut finden noch dulden, doch praktisch ist gar nicht einfach, diese Plagiate zu finden.
Bei Grafiken wird manchmal das Bild direkt vom Server des Urhebers verlinkt. Diese Zugriffe sind leicht herauszufinden und werden auch gern abgemahnt. Das ist bedauerlich denn in der Regel handelt es sich hier um die “harmlosen” Autoren, die teilweise durch die Direktverlinkung sogar extra auf den eigentlichen Urheber hinweisen wollten.
Es gilt: je dreister, desto schwerer herauszufinden. Hat der Plagiator die fremde Grafik auf den eigenen Server kopiert, wird es schon deutlich schwerer, dies zu ermitteln. Wurde die Grafik auch noch bearbeitet, sinken die Chancen ins bodenlose.
Ähnlich ist es bei Textklau. Kopiert ein Plagiator einen Text 1-zu-1, ist er durch die gängige Suchmaschine schnell zu finden. Werden Passagen abgewandelt, Absätze verschoben oder Rechtschreibfehler hinzugefügt/eliminiert, klappt die Suche nur noch selten. Wer zudem die Quelle unter eine 1-zu-1 Kopie setzt und die Kopie über ein Zitat hinausgeht, ist auch bei Textkopien der Dumme weil leicht zu finden. Wer dagegen bewusst alle Spuren verwischt, kommt damit auch meist davon.
Abhilfe schafft der englischsprachige Webservice Copyscape. Dieser Anbieter nimmt die Suche durch Text- und Bildarchive ab und findet innerhalb von Sekunden Plagiate des eigenen Website-Contents, wenn vorhanden. In die Ergebnisse wandern leider auch Suchmaschinen und Verzeichnisse, wenn die Beschreibung sich mit Texten auf der eigenen Website deckt. Doch so manches Mal staunt man, wer sich da am eigenen Content bedient.
Was Copyscape noch aufdeckt sind zufällige Übereinstimmungen, im technischen würde man von Parallelerfindungen sprechen. Nicht jede Übereinstimmung ist ein Plagiat. Hier wird der Schöpfungszeitpunkt und die Gelegenheit zum Contentklau eine maßgebliche Rolle spielen. Da Gelegenheit bei allen im Internet zugänglichen Inhalten naturgemäß vorhanden ist, sollte man als Webautor auf eine solide Dokumentation seines Schaffensprozesses Wert legen. Dieses Thema löst PriorMart, ein Urheberservice, dessen Gründer ich bin. Doch dazu mehr an anderer Stelle.
OK. Und was passiert dann? Wenn mal also ein Plagiat aufgedeckt hat?
Klagen? Mit Anwalt drohen? Eine Rechnung schreiben? Ansprechen und schauen wie der Gegner reagiert???
Gruß Micha
1. Beweise sichern. (Screenshot, evt. hinterlegen, eigene Urhebernachweise prüfen, Plagiatskette verfolgen - wie kann derjenige Kenntnis erlangt und geklaut haben.)
2. Abwägen:
2a) Selbst anschreiben. Vorteil: Kostet nichts. Nachteil: Kann u.U. umsonst sein.
2b) Anwalt einschalten. Vorteil: Anwalt hat Erfahrung und kann Forderung durchsetzen. Nachteil: Kostet Geld.
Man könnte auch erst selbst schreiben und dann zum Anwalt gehen, vorausgesetzt, die Beweise sind wirklich alle gut gesichert.
Den höheren Erfolg verspricht die anwaltliche Vertretung, was wirtschaftlich Sinn macht, muss im Einzelfall jedes Mal neu abgewogen werden.