Patente sind wie Atombomben - man muss einfach ein paar haben

Posted by Peter on September 30, 2008 at 11:28 .

Dieser Satz, frei aus dem Englischen übersetzt, offenbart nicht nur die spezielle Einstellung der Amerikaner zu Atombomben, sondern sagt auch viel über den Zustand des Ideenschutzes in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Tausende Patente werden jedes Jahr angemeldet. Doch erfüllen sie noch ihre Funktion? Angenommen, ein US-Startup meldet ein Patent an und investiert Geld (25K USD) und viel Zeit in diese Ideenschutzmaßnahme. Ist die Idee nun sicher?

Nein. 4-6 Jahre werden veranschlagt, bis ein angemeldetes Patent genehmigt wird. Das ist in der heutigen Ökonomie eine Ewigkeit. Wettbewerber können während dieser Zeit die Idee kopieren, weiterentwickeln, kommerzialisieren und den Ertrag einfahren. Die sogenannte „Copycat-Kultur“ ist ein direktes Ergebnis dieser Entwicklung, Startups kopieren sich gegenseitig.

Wirklich schwer wird es jedoch, wenn ein Großunternehmen ein Startup kopiert. Hatte Microsoft den Webbrowser „erfunden“? Nein. „Erfinder“ Netscape (Marc Andreesen) wurde trotzdem aus dem Markt gedrängt. Glücklicherweise sind viele Großunternehmen zu langsam, um effektiv zu kopieren. Doch ist eine schwache Sicherheit, wenn man die eigene Existenz schützen will.

Wer profitiert? Der Kunde. Je mehr Patente an Wer verlieren, desto weniger können Patente zur Realisierung von Monopolgewinnen genutzt werden. Die Folge sind niedrige Preise sogar für Marktneuheiten.

Sollte man unter diesem Aspekt überhaupt noch Ideenschutz betreiben? Auf jeden Fall. Zwar können Patente keineswegs mehr zur Durchsetzung monopolartiger Gewinne verwendet werden wie noch vor 30 Jahren. Doch dienen sie noch immer der Absicherung. Großunternehmen sammeln tausende Patente, um in einem Streifall eine Pattsituation zu erzeugen. Das beste Argument in einem Patentstreit ist ein Gegenpatent.

„Patente sind wie Atombomben - man muss einfach ein paar haben.“ sagt Fred Wilson und fährt fort: „Ich habe noch nie Patent gesehen, dass ein Geschäft nach vorn gebracht hat aber ich habe schon oft gesehen, wie fehlende Patente ein Unternehmen schädigen können.“

Dieses Fazit lässt sich aus dem Bereich der Patente exakt in die Bereiche Designschutz und Urheberschutz übertragen. Liegt wirklich jemandem daran, Urheberrechtsverletzungen vor Gericht auszufechten? Man kann sich auch auf einem urheberrechtlich geschützten Werk nicht ausruhen, die Arbeit geht weiter.

Die anscheinend wichtigsten Funktionen des Schutzrechts sind

a) die Prävention von Urheberrechtsverletzungen,
b) die Abschreckung von potentiellen Plagiatoren und
c) die Absicherung gegen externe Plagiatsvorwürfe.

Deshalb ist auch die notarielle Hinterlegung von Beweismitteln eine empfehlenswerte Absicherung. Sie untermauert den Rechtsanspruch des Urhebers und hinterlässt eine notarielle Urkunde, die weltweit einsatzfähig ist. Sie schafft Fakten, wo andernfalls nur Worte stehen. Und Fakten werden nicht nur beim Focus hochgeschätzt.

[Notarielle Hinterlegungen kann man bei einem Notar durchführen oder online bei www.PriorMart.com/de. Der Autor ist Vorstand der PriorMart AG. Deshalb erhalten Sie als Leser einen Gutschein über 10 EUR, einlösbar bei einer Registrierung bei PriorMart. Klicken Sie hier: http://tinyurl.com/PM10EUR]

2 Comments

  • Wolfgang sagt:

    Guten Abend. Habe den beitrag nur ueberflogen aber musste schon schmunzeln. Bin gespannt auf eine Vorsetzung.

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  • [...] patented warum wurden die nicht verwendet ?? > > Bestimmt nicht weil sie schlechter waeren als FAT, sondern weil > Microsoft das Monolpol ist, und Microsoft nur seine patentierten > Dateisysteme unterstuetzt. Als Hersteller eines USB-Stick musst du > also mit FAT vorformatieren, wenn Du willst das das Teil mit 90% > aller Desktop-Computer zusammen arbeiten kann. Quark. Musst du nicht. Du kannst genauso gut einen Treiber für den Stick schreiben. Du kannst auch eien Software schreiben, die nur mit deinem Stick funktioniert. So umgehst du das Monopol und der user bedankt sich bei dir für die Hürden. Su wirst dann auch die Sorgen deiner Kunden los sein, denn durch die Arroganz und Ignoranz wirst du bald keien mehr haben. > Und falls Dir das nicht klar ist: > Der Depp dabei bist Du. Du zahlst Microsoft nicht nur fuer das > Betriebssystem, sondern zahlst auch fuer jedes Geraet nochmal, damit > es mit Deinem bezahlten Betriebsystem zusammenarbeitet. Ja, 25 cent. Das macht viele Leute arm. jetzt werden garantiert die 1GB Sticks nicht mehr 50 EUR kosten, sondern gleich das doppelte. [...]

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