Kurios: Urheberschutzmaßnahmen erst nach dem Schadensfall interessant

Posted by Peter on Oktober 25, 2006 at 11:04 .

Würden Sie mit dem Abschluß einer Unfallversicherung warten, bis Ihnen ein Unfall widerfährt, wäre es zu spät. Selbst wenn Sie einen Versicherer finden, würde dieser für den aktuellen Fall nicht aufkommen - Sie müssten die Kosten selbst tragen. Statistisch gesehen schließen Sie dann im ungünstigsten Fall die Versicherung ab. Kaum einer würde so vorgehen, denn es wäre die finanziell schlechteste Wahl, die man treffen kann.

Kurioserweise verhalten sich die Deutschen beim Urheberschutz aber exakt so. Rund 1 Million Menschen in Deutschland verlassen sich auf den Urheberschutz. Sie arbeiten in kreativen Berufen und schaffen Werke, welche unter das Urheberrecht fallen. Je nach Berufsgruppe beträgt das Risiko, von Plagiarimus betroffen zu sein zwischen 27% und 37%. D.h. dass mindestens jeder 4te wird einmal durch Verletzungen seines Rechtes als Urheber geschädigt werden, viele sogar mehrfach.

Gleichzeitig treffen weniger als 1% der Risikogruppe Vorkehrungen, die dieses Risiko abmindern. Die PriorMart AG, ein Anbieter wirksamer Urheberschutzmaßnahmen, berichtet, dass rund 80% aller Kunden bereits mindestens einmal durch Plagiarismus geschädigt wurden. Erst der Schadensfall bewegt dazu, Schutzvorkehrungen zu treffen, obwohl diese unkompliziert und günstig verfügbar sind.

Damit tragen die Betroffenen praktisch eine Mitschuld an der hohen Plagiarismusquote. Da die vom Risiko Betroffenen keine Schutzvorkehrungen treffen, wird die Aufklärung stark erschwert. Nur zwischen 6% und 27% der dokumentierten Fälle werden aufgeklärt. Plagiatoren tragen demnach nur ein geringes Risiko, für ihre Taten zur Verantwortung gezogen zu werden. Entsprechend hoch ist der Anreiz.

Wer sich erst absichert, nachdem er selbst einmal wirtschaftlichen Schaden durch Plagiarimus erlebt hat, schlägt deshalb den finanziell ungünstigsten Weg ein und erhöht für Plagiatoren gleichzeitig den Anreiz, das Urheberrecht zu ignorieren.

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